Homosexuellenparade in Taiwan
26. Oktober 2013Mit Regenbogenfahnen sowie bunten Transparenten und Ballons zogen die Teilnehmer der Kundgebung an dem eher kühlen Herbsttag durch die Hauptstadt Taipeh. Viele Menschen waren auffällig und farbenfroh kostümiert. Die Kundgebung fand bereits zum elften Mal statt.
Vorreiter in Sachen Liberalität
Die taiwanische Gesellschaft gilt als eine der liberalsten in Asien. Im vergangenen Jahr waren nach Veranstalterangaben etwa 65.000 Menschen für eine Gleichstellung homosexueller Paare auf die Straße gegangen.
"Wir wollen diejenigen unterstützen, die noch immer unter Diskriminierung wegen ihrer Sexualität zu leiden haben", sagte Albert Yang, einer der Organisatoren der diesjährigen Kundgebung. Jennifer Lu, die ebenfalls an der Organisation beteiligt war, ergänzte, die Familien in Taiwan und China seien nach wie vor sehr traditionell. "Die Menschen legen großen Wert darauf, einen Erben zu haben und den Familiennamen weiterzugeben", so ihre Einschätzung.
Die taiwanische Politik streitet seit Jahren über die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen. In Kürze soll sich das Parlament des Inselstaats vor der Ostküste Chinas im Pazifik erneut mit der Thematik befassen.
Taiwan verwaltet sich selbst, wird aber von China beansprucht. In den vergangenen Jahrzehnten hat Taiwan einen friedlichen Übergang zur Demokratie vollzogen. Die Insel gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen in ganz Asien. Viele deutsche Firmen suchen gezielt Nachwuchskräfte aus Taiwan.
haz/mak (rtr, afp)